Unser Projekt Outdoor Tischtennisplatte haben wir realisiert!
- Trotz fragwürdiger Ablehnung des Fördermittelantrages Leader in Olbersdorf.
- Geschafft! Ganz aus eigener Kraft konnten wir uns diesen Traum erfüllen.
- War aber ein verdammt hartes Stück Arbeit.
Seit Jahren besteht bei mir der Traum oder der Wunsch, bei uns an der Hütte für die Kinder eine wetterfeste Tischtennisplatte im Außenbereich zu installieren. Ich denke dabei an meine Kinder- und Jugendjahre in der DDR. Da standen immer wieder solche Betonplatten auf Schulhöfen, bei Sportvereinen, in Pionierlagern, in Bädern oder in zentralen Trainingsstätten. Diese Platten waren stets besetzt, umringt und beliebt. Das war ein echter sportlicher Freizeittreff. Da wurde stundenlang miteinander gespielt, gelacht und sich wohl gefühlt. Ein Lebensgefühl, was uns nun mittlerweile verloren gegangen ist. Wohl dem, der solch eine Platte aus DDR Zeiten noch ergattern konnte. Ich habe viele Versuche gestartet, um an solch eine Outdoor Platte zu gelangen. Aber entweder waren die Platten fest einbetoniert oder viel zu marode, um noch einmal umgesetzt zu werden, aber auf jeden Fall viel zu schwer und damit ein Transport- und Verladeproblem für uns.
So vergingen die Jahre, aber nicht mein Traum.
Als wir vor zwei Jahren unsere Ostsee Radtour nach Ahlbeck gefahren sind, standen dort einige nagelneue solcher Platten in dem Kinderferienlager der Sportjugend von Berlin. Und da haben wir mit Hingabe gespielt. Im letzten Jahr hat es mich noch einmal so richtig gepackt, als wir in unserem Sommertrainingslager in Sebnitz waren. Denn dort steht noch solch eine alte DDR Platte im Hertigswalder Bad. Das war der Punkt, wo ich sagte: „Jetzt packen wir es an“.
Der Problem- und Knackpunkt dabei sind der Preis, das Gewicht und die Sicherung dieser Platte. Da unser Vereinsgelände unmittelbar an der Grenze liegt, musst du also eine Außenplatte kaufen, die nicht so ohne weiteres abzutransportieren ist. Denn hier verschwindet alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Davon können wir leider ein Lied singen.
Also muss es eine sehr schwere Platte sein. Dazu musst du aber einen entsprechenden Unterbau erstellen. Wenn du das alles von einer Firma erstellen lässt, bist du mit Platte schnell mal 10.000 € los. Und da macht es peng im Vereinsportemonnaie. Da gibt es auf jeden Fall wichtigere Ausgaben, die ein Verein stemmen muss. Vor allen Dingen bei den aktuell spärlichen Förderungen von staatlicher Seite her.
Also versuchten wir es mit einem Förderantrag beim 8. Aufruf zur Einrichtung von Kleinprojekten in der Leader- Region Naturpark Zittauer Gebirge in Olbersdorf. Voller Optimismus wurde uns von einem Elternteil von dieser Möglichkeit berichtet. Die Aussichten auf Erfolg wären sehr gut. Also wagten wir uns an die sehr, sehr umfangreichen Förderanträge und deren Ausarbeitung, die uns viele schlaflose Nächte, zig Telefonate, Angebotsanfragen und ca. drei Wochen Bearbeitung gekostet haben. (Siehe Artikel Förderantrag abgelehnt.) Das Ende vom Lied war ein schwammiges: Abgelehnt! Es wurden andere Schwerpunkte gesetzt. Obwohl uns gesagt wurde, dass unser Förderantrag inhaltlich sehr gut war und den Förderrichtlinien entsprach. Jetzt, Wochen danach, ergab sich ein Gespräch mit einem Insider dieser Förderung. Er war im festen Glauben, dass wir diese Förderung erhalten haben, um unser Projekt Tischtennisplatte zu realisieren. Denn unser Antrag war wohl in dem Vergabegremium positiv gevotet worden. Er war etwas sprachlos, zu erfahren, dass wir keine Berücksichtigung bei der Vergabe der Mittel gefunden haben. Tja, früher oder später kommt eben jede Kungelei ans Tageslicht... Wer weiß, wer noch wem einen Gefallen oder eine Bevorzugung schuldig war. Wer weiß wohin, das Geld in Olbersdorf verschoben wurde. Es ist leider im Großen, wie im Kleinen. Traue Jedem nur
soweit Du ihn sehen kannst!!!
Schizophrener Weise war das vielleicht sogar alles gut so, wie es gelaufen ist. Denn die Realität bei den geplanten Projekten und die Praxis bei diesen Förderungen gehen ganz weit auseinander. Antrag stellen, Antrag überarbeiten, Genehmigungszeitraum der Kommission, Absage- oder Zusagefristen, Abrechnungszeitfenster und dann Bestellung, Vorkasse, Herstellung, Lieferfristen der Firmen gehen nicht einzuhalten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Bundesrepublik Dtl. eben.
Also musste es ganz anders gehen. Vorstellung des Projektes für unsere Vereinsmitglieder. Spendenaufruf. Lange Recherchen im Internet und Rücksprachen mit Firmen, Kompromissvariante und Bestellung. Aber vor allem Selbstinitiative, in die Hände gespuckt und angepackt.
Franz und der Trainer sichten das Gelände, vermessen den geeigneten Standort und winkeln ihn aus. Yasin hebt in den drei Tagen Urlaub in der Hütte den 20 m² großen Untergrund aus. Das war wohl der körperlich schwierigste Teil der Aktion Tischtennisplatte. Danke dafür. Damit war der Anfang gemacht. Volker Sch. als Baufachmann vermisst fachgerecht die Höhen und spannt die dementsprechenden Schnüre. Die Gehwegplatten werden Bordsteinkante Hütte geliefert. Volker Sch., Franz und Anton V. karren die 80 Platten schweißtreibend zum Aufstellungsort. Volker Sch. holt den Steinunterbau mit mehreren Fuhren aus Ninive und bringt ihn ein. Danach folgt die tragende Schicht der Gehwegplatten, wo Franz und Anton V. unterstützen. Eine Schinderei bei der Hitze. Der Trainer koordiniert, kontrolliert und greift ein, wo eine Hand gebraucht wird. Anton V. und Franz legen im Wechsel die schweren Platten nach Anleitung. Erneut eine Schinderei bei der Hitze, aber perfekt. Der Trainer versiegelt in den Abendstunden die verlegte Betonplattenfläche mit Fugensand.
Lieferung der über eine halben Tonne schweren Betontischtennisplatte an die Bordsteinkante der Hütte. Anton, Franz und der Trainer transportieren den Plattenunterbau und montieren ihn am Standort. Es ist ein wirklich gutes System, was sinnvoll funktioniert. Sollte Ikea mal Nachhilfeunterricht nehmen. Am Nachmittag dann mussten alle ran, die beim Ferientraining am Donnerstag dabei waren. Denn die 100kg schweren Plattenhälften müssen nun nach hinten auf den vorgefertigten Tisch. Aber mit vereinten Kräften der Mädels und der Jungen war es zu schaffen. Nun steht unser Tisch endlich an Ort und Stelle. Tim muss in seiner Firma nun noch ein paar Winkel und eine Eisenplatte nachfertigen, damit wir die letzte Sicherheit gewährleisten können. Am Sonntag während unseres Trainingslagers wollen wir unsere Platte feierlich einweihen. Bis dahin sind noch Begradigungsarbeiten rund um die verlegten Platten durchzuführen. Mal sehen, ob wir das noch schaffen. Denn viel Zeit bleibt dafür nicht mehr. Auf jeden Fall wird am Sonntag das Netz installiert und mit einer kleinen Zeremonie eingeweiht. Damit ist die Outdoor Platte dann offiziell für den Spielbetrieb freigegeben. Endlich kehrt ein weiteres kleines Stück Lebensqualität in mein Leben zurück. Obwohl meine besten Jahre am Tischtennistisch schon einige Zeit her ist. Und noch eins ist super. Durch unser gemeinsames Wirken haben wir es geschafft, dass wir für unser Projekt Tischtennisplatte (allerdings als Kompromisslösung) nur ca. die Hälfte des ursprünglich geplanten Preises benötigt haben. Und diese nun für hoffentlich lange Zeit (wie DDR Platten), hinter unserer Hütte stehen haben.
Ich bedanke mich noch einmal ausdrücklich bei allen Helfern für Euren Einsatz.
DANKE auch allen Spendern, die uns finanziell unter die Arme gegriffen haben. (Thomas, Katja, Ina, Lothar, Regina, Volker, Marcel, Christiane, Karsten, Ute, Martin, SWE, Marina, Marion, Elke+ Trainer)
Ich rufe Euch allen ein Sport Frei zu. Wir treffen uns an unserer neuen Platte zu jeglichem Tisch- Tennis.
V. Heinrich August 2026
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