Ablehnung unseres Förderantrages für Regionalentwicklung Naturpark Zittauer Gebirge
- außer Spesen nichts gewesen
Nun endlich ist die Zeit des Wartens, der Hoffnung, der Vorplanung, der Vorgespräche führen und der eventuellen Vorbestellungen vorüber. Heute 17:30 Uhr kam der ernüchternde Anruf aus Olbersdorf: „Ihr Antrag ist abgelehnt.“ Na ja, was will man dazu groß sagen. Abgelehnt eben. Mit der Begründung, das andere Schwerpunkte gesetzt wurden. Es waren sehr viele Bewerber mit der ähnlichen Punktzahl bei der Bewertung der Projekte und dann noch so ein bla, bla, was heute jeder auf den Ämtern eben hervorragend beherrscht. All das hilft uns allerdings nun gar nicht weiter. Ich bin in einem Alter, wo mir meine Erfahrung eigentlich gesagt hat, dass unser Einsatz wieder einmal völlig nutzlos sein wird. Denn die Schwerpunkte in Olbersdorf liegen wo ganz anders. Aber unser Hauptinitiator und unsere Vereinsjugend, die dann diese beantragten Kleinprojekte hätte umsetzen müssen, waren begeistert und hatten wirklich gute Hoffnung, dass unser Antrag genehmigt wird. Aber bei einer Gesamtfördersumme von 150.000 Euro und einer max. Projektförderung bis 20 000 Euro sind das nicht viel mehr als 10 bis 15 Anträge.
Wir wollten uns in diesem Jahr unbedingt eine Outdoor- Beton- Tischtennisplatte mit einer Sitzgruppe aus Recyclingmaterial für den Verein, für unsere Kinder und unsere Gäste bei Wettkämpfen und für den Kinderaustausch mit unserem tschechischen Partnerverein anschaffen. Äußerst ärgerlich ist allerdings, dass wir durch die lange Prüfungszeit dieses abgelehnten Antrages nun auch die Frist zur Antragstellung auf Großsportgeräte beim LSB verstreichen lassen mussten. Das bedeutet: wir schauen nun gleich zweimal in den Mond… Und das bedeutet: keine Outdoor Tischtennisplatte. Vor allem unsere Jugend ist darüber sehr enttäuscht.
Ärgerlich sind auch die vielen Stunden der Bearbeitung des Antrages. Das ist am Ende eine richtige Akte geworden. Satzung, Jugendordnung, Erbbaupachtvertrag, aktueller Vereinsregisterauszug, Steuerbefreiung, ca. zehn bearbeitete Kostenvoranschläge von verschiedenen Firmen, achtseitiges Antragsformular mit ausführlicher Objektbeschreibung, zig Telefonate, Abstimmung mit der Vereinsleitung, Prüfung Vorfinanzierung, Einweisung Schatzmeister in die Abrechnungsmodalitäten und dann noch etwa 20 Stunden Bearbeitungszeit. Am schlimmsten sind jetzt die Absagen bei den Händlern und Firmen, die uns dann sehr kurzfristig hätten beliefern müssen. Alles für die Katz. Das zieht dir den Zahn. Vor allen Dingen hätte man uns schon im Vorfeld sagen können, dass es in diesem Jahr nicht möglich ist, unseren Antrag mit unseren Inhalten zu genehmigen. Nur um die Arbeitsplätze zu rechtfertigen, die diese Anträge zu bearbeiten haben, müssen wir uns nicht solche Mühen machen. Denn wir leisten das alles im Ehrenamt. Veralbern können wir uns selbst. Wieder eine Erfahrung, die man nur einmal machen muss.
Der Trend in unserem Land ist schon seit langem klar. Kinder und Jugendarbeit hat keine Priorität. Das Ehrenamt ist zwar super gern gesehen (über 15 Mio. Stunden im Jahr in Dtld.), aber erhält viel zu wenig Anerkennung. Sport und sportliche Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen ist in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Und das ist nicht erst eine Erscheinung der aktuellen Situation. Das ist ein Prozess, der sich in den letzten Jahren immer weiter verschlimmert hat. Die finanzielle Unterstützung von Kommunen, dem Landkreis, den Ländern und dem Bund für Vereine und deren Vereinsarbeit ist gegenwärtig fast zum Erliegen gekommen. Und da die Vereine das letzte Glied in der Kette sind, trifft es diese finanziell am allerhärtesten. Aber wen interessiert das schon?
„Es wurden andere Schwerpunkte gesetzt.“ Friedliche gesunde faire sportliche Betätigungen mit gegenseitiger Achtung als Erziehungsprozess für unsere jüngeren Generationen finden in unserem Land keinen Zuspruch mehr. Das bekannte Motto: „In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist“ ist schon lange nur noch ein dahin gesagter Spruch.
Sport Frei V. Heinrich April 2026