Wintertrainingslager vor dem Jahreswechsel

Wie in jedem Jahr, steht wieder zwischen Weihnachten und Neujahr die Frage nach einem kleinen Trainingslager. Macht ja auch Sinn. Denn nach den Festtagen, wo oft die sportlichen Aktivitäten etwas zum Erliegen kommen, brennen die Meisten wieder auf Sport in der Gemeinschaft. Endlich wieder bewegen nach den „Fresstagen“. Endlich wieder in unserer Gemeinschaft was veranstalten. Endlich wieder Laufen. Und wenn möglich, endlich die Bretter unter den Füßen und den Winter genießen.  Aber leider, wie so oft in der Vergangenheit, war auch dieses Jahr mit dem Winter genießen nicht viel los. Aber dennoch ist ein Treff zum Training mit Übernachtung sehr sinnvoll. Denn erstens kommt man mal weg von dem ewigen Gruseltraining in der Dunkelheit und man hat einfach auch mal keinen Zeitdruck für die einzelnen Trainingseinheiten. Und man kann wieder mal die Gepflogenheiten unseres Hüttenlebens etwas auffrischen. Vor allem müssen unsere Kleinsten erst einmal die Regeln des Hüttenlebens kennen lernen. Und das geht eben auch nur in der Gemeinschaft. Das das allerdings nur funktioniert, wenn ausreichend Übungsleiter mitwirken, ist ja eigentlich selbstverständlich. Allerdings wird das immer mehr zum Problem. Die Absicherung unserer eigenen kleinen Trainingslager durch unsere Übungsleiter.
Vor Jahren gab es Kurztrainingslager im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Jetzt schaffen wir mit Hängen und Würgen gerade mal noch zwei Kurzlehrgänge.
Vielleicht mal eine Überlegung wert.
Denn die Lehrgänge sind nicht nur für das Training unerlässlich. Eine Gemeinschaft, so wie sie alle Älteren kennen lernen durften, formt sich aber eben auch nur in einer Gemeinschaft, mit gemeinsamen, kameradschaftlichen Erlebnissen. Wir haben das erlebt, weil sich für uns dafür Übungsleiter hingestellt haben, um uns diesen Vereinsgeist  weiter zu geben. Und das über viele Jahrzehnte. Und jetzt sind die Nächsten dran, diesen Vereinsgeist weiter zu geben. Nämlich an unseren jetzigen Nachwuchs. Gemeinschaftssinn und kollektives Bewusstsein entsteht nicht zu Hause bei Mami und Papi. Das entsteht eben momentan nur in meiner Trainingsgruppe mit meinem Übungsleiter, wenn der das auch will. Heute nennt man das wohl „Teambildung“. Hochtragende Worte, wo aber leider nicht mehr viele dahinter stehen. Wo das aber nicht mehr funktioniert, entsteht allerdings auch keine Leistung mehr. Denn gerade bei solchen Trainingslagern schmiedet man sich zusammen und schürt das Feuer des Gemeinschaftssinnes. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Staffel oder für Leistungen, wo man über sich hinaus wachsen kann. Bei Oma zum Kaffeetrinken oder am Mittagstisch oder bei dem familiären Skiwandernachmittag lerne ich davon leider gar nichts.
Trainingslager heißt, lernen rund um die Uhr. Vom „Guten Morgen“ sagen beim Frühstück, dem Tisch abräumen, sich alleine zweckmäßig anziehen, dem mehrmaligen, ermüdenden Training, zum Tischtennis spielen, der Kraftrunde nach dem Abendbrot, der Nerfschlacht  mit Groß und Klein, bis hin zum Gespenster jagen oder der Gruselgeschichte um Mitternacht. Das ist alles dabei. Ja, wir Erwachsenen reden gerne davon. Denn das haben wir alle erlebt. Jetzt geht es aber darum genau, das auch weiter zu geben. Damit auch die Nächsten davon erzählen können.
Damit das aber alles läuft, von früh bis spät, brauchen wir Mitmacher!
Leider hatten wir keinen Schnee. Deshalb standen zwei Laufeinheiten auf dem Programm. Allerdings im Hellen. Das macht schon erst mal viel aus. Dann standen Kraft und viel Spiel auf dem Plan. Unsere Nerfschlacht durfte nicht fehlen. Da holt der Eine oder Andere das Letzte aus sich heraus. Und natürlich besucht uns auch mal der Hüttengeist zur Geisterstunde. Und wenn man dann noch gemeinsam Zeit für ein Kartenspiel oder für die Tour de Ski im Fernsehen hat, genießt man diese Zeit gleich doppelt in einer schönen warmen Hüttenstube. Denn ob der Schlafsack den Hüttenbedingungen entspricht, weiß man erst am nächsten Morgen. Jedenfalls waren die gemeinsamen Stunden wieder viel zu schnell vorüber. Nun allen ein „Gesundes Neues Jahr“. Wir sehen uns beim nächsten Training.

Ski Heil V. Heinrich                                    Dezember 2025

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PSV Zittau e.V. Abteilung Ski